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Ausbrechen kann jeder: Wie du Abschied aus dem Alltag nimmst und deine Reiseträume endlich wahr machst

Kai macht genau das, wovon andere nur träumen: Er packt seine sieben Sachen und lässt für ein halbes Jahr den drögen Alltag hinter sich. Wir haben uns Kai bei den Vorbereitungen für seinen Roadtrip geschnappt und ihm auf den Zahn gefühlt. Er hat uns verraten, wie man es auch als 26jähriger Softwareentwickler, Student und leidenschaftlicher Gitarrist schaffen kann für sechs Monate abzuhauen, ohne alle Brücken hinter sich niederzubrennen. Ein eiserner Wille und die Lust auf Außergewöhnliches sind die wichtigsten Vorraussetzungen um aus Träumen Taten zu machen. Wie du der Aufschubgefahr entgehst und was zu bedenken ist erfährst du im Interview.

So ein Ausstieg stellt immer den eigenen Lebensentwurf in Frage, und davor haben viele Menschen Angst

So ein Ausstieg stellt immer den eigenen Lebensentwurf in Frage, und davor haben viele Menschen Angst

BACKPACKER-PACKLISTE: Kai, wohin wirst du ausreisßen?

KAI: Wirklich festgelegt ist unsere Reiseroute nicht. Als möglichen Endpunkt haben wir erstmal das Atlasgebirge in Marokko festgesetzt und wollen versuchen dort hin und wieder zurück zu kommen, wobei wir uns unterwegs wohl vor allem entlang der Küsten bewegen werden. Sehen wollen wir natürlich alles was interessant ist :-)

BACKPACKER-PACKLISTE: Wie unterscheidet sich dein Reisestil vom typischen Pauschaltouristen?

KAI: Naja, da wir fünf Monate unterwegs sein werden bewegen wir uns wohl vergleichsweise langsam. Vielleicht hundert Kilometer am Tag, oder so. Geschlafen wird wenn irgendwie möglich im VW-Bus, wir werden aber nicht drumherum kommen hin und wieder mal einen Campingplatz oder Hostel anzusteuern um auch mal eine Dusche oder Waschmaschine zur Verfügung zu haben.

BACKPACKER-PACKLISTE:  Wen würdest du lieber auf seiner Reise begleiten? Christoph Kolumbus, Huckleberry Finn oder Neil Armstrong?

KAI: Ganz klar Neil Armstrong – was kann ein Mensch außergewöhnlicheres erleben als seinen Heimatplaneten zu verlassen und von außen auf die Erde zu schauen? Und was macht das mit dem eigenen Weltbild?

BACKPACKER-PACKLISTE: Viele träumen davon aus dem Alltag auszubrechen, sich eine Auszeit zu nehmen und die Welt zu entdecken. Warum glaubst du folgen so wenige diesem Traum?

KAI: Wenn ich das wüsste. Als Grund höre ich immer wieder dass es halt in mein Leben irgendwie besser “passt” als in ihres, aber das glaube ich nicht. So ein Ausstieg stellt immer den eigenen Lebensentwurf in Frage, und davor haben viele Menschen Angst – das ist ihnen peinlich, also versuchen sie ihre Aufschiebetaktik zu rationalisieren, mit Karriere, Kind, Hobby, Geldmangel oder was auch immer. Dabei habe ich schon Menschen in jeder Lebenslage reisen gesehen. Wer will, findet Wege – wer nicht will, findet Gründe

BACKPACKER-PACKLISTE: Wie hast du es geschafft aus deinem Traum Wirklichkeit zu machen und dem Alltag zu entfliehen?

KAI: Ich hatte das Glück jemanden zu haben der mich auf meinen Reiseplänen festgenagelt hat, also solange gefragt hat “warum machst du es nicht?” bis mir die Ausreden ausgegangen sind. Letztlich passiert das eigentliche Ausbrechen am Ende fast von alleine – man trifft diese Entscheidung einmal (das ist der schwere Teil) und alles weitere ordnet sich dem unter. Für Arbeit, Wohnung, Finanzierung und den Rest findet man immer intelligente Lösungen wenn man wirklich hinter seiner Entscheidung steht.

Anleitung zum Aussteigen

Anleitung zum Aussteigen

BACKPACKER-PACKLISTE: Was waren deine größten Befürchtungen vor dem Ausbrechen und wie haben diese sich in der Realität dargestellt?

KAI: Jobs sind für Informatiker in Frankfurt glücklicherweise kein Problem. Manche Arbeitgeber sind auch so großzügig schon vor der Reise einen Arbeitsvertrag für danach zu unterschreiben, so dass man nach der Rückkehr direkt wieder einsteigen kann. Meine größte Sorge war, das Geld nicht zusammen zu bekommen, was sich aber zum Glück nicht bewahrheitet hat. Was natürlich immer passieren kann ist, dass uns nach zweihundert Kilometern die Achse bricht und die Reise vorbei ist – aber dagegen lässt sich vorher wenig machen.

BACKPACKER-PACKLISTE: Als Softwareentwickler ist dein Alltag stark von Technologie geprägt. Willst du gerade davon Abstand nehmen?

KAI: Um den Ausstieg aus der Technik geht es mir gar nicht so sehr – ich werde auch von unterwegs fotografieren, bloggen und mein Handy nutzen wenn es möglich ist. Was ich ablegen will ist das Gefühl, einem Terminkalender unterworfen zu sein, in dem man Zusagen auf Wochen im Voraus gibt und die dann einhalten muss. Wenn man Kneipenabende mit Freunden plant und taktet wie Meetings, dann läuft irgendetwas verkehrt.

Aus diesem Grund haben wir auch keine Route geplant – wir wollen eben nicht “am x-ten sind wir in Y, zwei Tage drauf in Z”. Was wir an einem bestimmten Tag machen wissen wir einfach nicht bis es soweit ist.

BACKPACKER-PACKLISTE: Wie wird den ersten Tag auf der Straße zelebriert?

KAI: Das kommt ganz aufs Wetter an! Wir werden wohl in einem Supermarkt die Essenskisten auffüllen und dann irgendwo Richtung Süden losfahren, aber am ersten Tag noch nicht allzu weit. Ich denke das schwerste wird sein tatsächlich dann irgendwo wieder anzuhalten und nicht am Stück bis ans Mittelmeer durch zu fahren…

BACKPACKER-PACKLISTE: Abgesehen von der Basisausrüstung, welche drei Gegenstände nimmst du mit, damit die Reise auf jeden Fall ein Erfolg wird?

KAI: Ich bin mir jetzt nicht sicher was “Basisausrüstung” ist, aber diese drei Dinge brauche ich auf jeden Fall:

  1. Daunenjacke – weil egal wie kaputt die Situation ist, wenigstens friert man nicht auch noch
  2. irgendetwas womit man Musik machen kann. Gitarre, Mundharmonika
  3. eine Kamera

BACKPACKER-PACKLISTE: Du bist Musiker. Da ist ein guter Soundtrack unheimlich wichtig. Welches drei Alben dürfen bei keinem Roadtrip fehlen?

KAI: Drei Alben sind für fünf Monate etwas wenig :-) was aber unbedingt dabei sein muss ist

  1. was rockiges, wie z.B. die “Rearviewmirror” von Pearl Jam
  2. was lockeres wie etwa von den Orishas “Emigrante
  3. was entspanntes wie (mal irgendwo reingegriffen) “Taking Up Your Precious Time” von den Pretty Lights oder “Coexist” von The xx

Ausrüstungstipps von Kai

  1. Daunenjacke – weil egal wie kaputt die Situation ist, wenigstens friert man nicht auch noch
  2. irgendetwas womit man Musik machen kann. Gitarre, Mundharmonika
  3. eine Kamera
Weitere Ausrüstungstipps findest du auf unserer ultimativen Backpacker Packliste

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Reiseblog

Wir wünschen Kai und seinen Mitstreitern alles Gute für die Reise und vor allem ganz viel Spaß. Wir werden seine Abenteuer mit Spannung verfolgen und hoffen, dass wir ihn alles erzählt bekommen, wenn er wieder da ist. Wenn du auf dem Laufenden seiner Tour bleiben willst, dann schau bei seinem Blog vorbei. Dort genießt er In vollen Zügen.